ERT 2018: Belgien 7. Etappe

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Oudenaarde – Brüssel


Nach einer sehr entspannten und ruhigen Nacht in unseren geräumigen 4-Sterne-Hotel Zimmern, wartete erstmal das beste Frühstücksbüffet der Tour auf uns: 4 verschiedene, lokal hergestellte Müsli-Sorten, eine Waffel-Maschine und frisches Obst waren nur einige Highlights des Buffets. Gute Planung vom Orga-Team ermöglichte dann noch einen späten Start auf die recht kurze Etappe um zehn Uhr: Formidable!

Trotz der bescheidenen 87 km auf der »langen« Strecke nach Brüssel, waren wieder einige Höhenmeter und Kanten in die Strecke verpackt. So kenne ich das ja bereits aus den vergangenen Tagen. Heute waren aber wieder einige original Sektoren der Vlaandern-Rundfahrt inkludiert, die den Puls nach oben schnellen ließen. Alles recht steil, aber nicht zu lang um auch als Flachländer zu bestehen. Allerdings war das notorische Kopfsteinpflaster in den Anstiegen doch recht ungewohnt, aber für den geneigten Rad-Rennfahrer das entsprechende Salz in der Renn-Suppe.

Leckeres Buffet wurde auf dem Oudenberg gereicht und dann gab es noch gut 40 km Rückenwind nach Brüssel, der nach dem vielen Gegenwind auf der Tour mein Radlerherz versöhnten.

Das vier-Sterne Hotel, direkt neben dem Europäischen Parlament, welches in den 70ern das letzte mal modernisiert wurde, erreichten wir vor dem Mannschaftswagen und so gab es noch Zeit für ne Cola-Zero bevor wir um 16 Uhr endlich Einchecken durften.

Fazit: Eine herrliche Woche auf dem Renner geht zu Ende. Hervorragende Planung des wff-Teams rund um Stefan machten diese Woche komfortabel und unbeschwert. Heute geht es weiter in den Schwarzwald, mal sehen, was da so rollt!?

ERT 2018: Belgien 6. Etappe

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Oostende – Oudenaarde


Nach dem Frühstück, in einem mit Stuck und roter Samt-Tapete drapierten Raum, war ich überaus erleichtert, diesen viel zu lauten Ort Oostende und das viel zu kleine Hotelzimmer endlich verlassen zu dürfen. Ein mehrtägiger Urlaub in dieser Umgebung hätte für mich die Höchststrafe bedeutet. Gutes Kontrastprogramm zum beschaulichen, gemütlichen und allzeit entspannten Rest-Belgien, so wie ich es bisher kennen und schätzen lernen durfte. Aber nun genug davon und so freute sich Herbert, dass ich ihn auf dem Weg raus aus der Stadt begleitete.

Hier ’ne Hängebrücke, da ’nen Kreisverkehr und schon fanden wir uns auf einem herrlichen Uferradweg wieder. Die Oostende-Krone so zusagen. Nächster halt dann Brügge.

Auf dem knapp 15 km langen, schnur-stracks geraden Weg dorthin, gab es natürlich entsprechende Ausscheidungen mit den andern Fahrern, so daß Brügge nicht nur wegen der Temperaturen um 9 Uhr jenseits der 20°C, ordentlich angeschwitzt erreicht wurde.

Die Stadt bot einige interessante alte Gebäude, wurde aber trotzdem ohne groß zu verweilen von mir durchquert. Sicher hätte man hier erheblich mehr Zeit verbringen können.

Der Rest der Bande fuhr bereits weiter oder hatte andere Pläne, so daß ich von nun an erneut alleine unterwegs war. Auch gut, obwohl der ständige Gegenwind sicher in einer Gruppe besser zu bewältigen gewesen wäre. Egal, irgendwann gab es kalte Cola Zero zu 90 Cent vom Tante Emma Laden und dann war auch schon das Buffet erreicht.

Auch hier wurde ich wieder köstlichst verpflegt. Heute wollte ich mal gar nicht weiter, so gut war die Stimmung und die aufgelegte Musik.

Richtig Lust auf Kopfsteinpflaster-Wände und Klassiker-Anstiege hatte ich nicht mehr, und so entschied ich mich – ausnahmsweise – für die kurze Etappe, machte mit Manne und Stefano noch mal einen ordentlichen Zug auf und kam dann auch noch sportlich auf meine Kosten.

Nachdem unser 4-Sterne-Hotel bezogen war, besichtigten wir noch das hervorragend kuratierte Flandern-Rundfahrts-Museum im Stadtkern von Oudenaarde. Die geschichtliche Aufarbeitung des Radsports mit VR-Brille gefiel mir besonders gut. Zu Recht findet sich hier dieses tolle Museeum, denn dem geneigten Radsport-begeisterten Leser wird wissen, dass Oudenaarde der Start- und Zielpunkt der Flandern-Rundfahrt ist.

Morgen dann schon auf der letzten Etappe zur belgischen Hauptstadt nach Brüssel.

ERT 2018: Belgien 5. Etappe

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Roubaix – Oostende


Der Tag begann mit einem typisch übersichtlichen französischen Frühstücksbüffet ohne Wurst & Käse. Mir wars egal, dem Marc nicht. Dafür ging es mit zwei Nutella-Croissants intus für mich auf die Piste.

Landschaftlich erstmal eher unspektakulär, allerdings an jeder Ecke sehr geschichtsträchtige Spots. Vor ziemlich genau 100 Jahren hatte hier ein barbarischer Krieg gewütet, der eigentlich nur Verlierer kannte – wie fast jeder Krieg.

Viele Kriegsgräber und Info-Tafeln säumten den Weg. Auch gab es die erhaltene Schützengräben zu begehen. Das war mir dann doch ein wenig »zu nah dran«. Alleine die Vorstellung das hier Menschen einmal von Bomben zerfetzt oder Giftgas vergiftet hier sterbend herum lagen, ließ mich erschauern.

Aber es gab auch steile Hügel, die mich dann wieder auf andere Gedanken kommen ließen. Johannes hatte sich wieder an Original-Strecken bedient, die es in sich hatten.

Der Hügel hoch zum Ketterberg mit Kopfsteinpflaster ließ die Waden zittern. Auf der langen Strecke dürfen solche »Bon-Bons« aber auch sein!

So langsam begann ich mich nun nach dem Buffet zu sehnen. Die Gegend war auch nicht sonderlich stark besiedelt und in den kleinen Ortschaften gab es keine Supermärkte oder die Bäcker waren geschlossen. Also durchhalten!

Der Weg führte nun immer entlang des Leperlee-Kanal, auf einem schön ausgebauten Radweg.

Irgendwann tauchte, wie aus dem Nichts, das Buffet auf. Ich trank erstmal eine Wasserflasche leer und gönnte mir zwei Nutella-Stullen. Gibts ja zuhause nicht!

Nach ausgiebigen Gesprächen machte ich mich erneut alleine auf den Weg zur Küste. Gut 40 km waren noch zum Etappenziel zu absolvieren. Die Küste war schneller als gedacht erreicht und ich gönnte mir erstmal eine ColaZero in einer übelst nach Frittierfett müffelnden Fritterie zu 2,30€.

Gestärkt ging es nun auf die knapp 15 km lange Strandpromenade. Ich traute meinen Augen nicht, welch »Völkerwanderungen« hier von statten gingen. Es wirkte als wäre ganz Belgien auf diesem Streifen Strandpromenade unterwegs. Das dies keine Flaniermeile wie Venice Beach sein würde, hätte ich vorher wissen müssen, daß allerdings der Ballermann auf Mallorca hiergegen wie der Strand von San Tropez wirkte, gegen das was meinen Augen hier geboten wurde: selten so viele fettleibige Menschen an einem Ort erlebt wie hier.

White-Trash-Oostende: Bloß keinen An- oder Umfahren. Schnell Weg hier! Alles geben gegen den Wind im Ausweichen- und Bremsen-Modus.

Unser Hotel machte es dann nicht besser: die zwei Sterne sind sicher aus einer anderen Galaxie, denn die Zimmer waren so klein, daß nicht mal unsere Sachen ausgepackt werden konnten und die Zimmer so oll, weil die Hütte wohl unter Denkmalschutz steht. Das Frittierfett sicher auch, dass hier aus allen Ecken in die Nase wehte. Morgen gehts zum Glück schon weiter. Hoffentlich gibts dann wieder schönes Belgien!?