ERT 2018: Taiwan Tour 2. Etappe

Miaoli – Sun Moon Lake


Der Blick nach dem Aufwachen aus unserem Berg-Chalet versprach einen sonnigen Tag – es war zwar noch ein wenig diesig und leicht bewölkt, aber ohne Wetter-Experte zu sein, wusste ich dass sich diese Wolken wohl in Wohlgefallen auflösen würden.

Das Frühstück bestand aus einem Sandwich mit Ei und Huhn und ein paar Obst-Schnitzer. Zu wenig für 130 hügelige Kilometer. So wurde nach der Ortsdurchfahrt ein 7-Eleven angesteuert. Eine gute Nahrungsquelle für uns westliche Esser, denn hier gibt es Brot und Croissants. Zwar unter Schutzatmosphäre verpackt, aber mit einem Tetra-Pack Laté mit Strohhalm ein durchaus valider Frühstück-On-The-Road-Ersatz.

Die Bande schloss sich an und so ließ es sich dann gleich viel besser pedallieren.

Nun begann ein abwechslungsreiches Auf und Ab. Die Landschaft war leider weniger spektakulär als gestern und die endlosen Ortschaften boten ebenfalls wenig Abwechslung. Egal, denn die Sonne schien und der gefahrene Film war eh ein Abenteuer in Dauerschleife. Zu gucken gab es immer was, und sei es nur der dreibeinige Hund, der mitten auf der Straße Platz genommen hatte und genau in dem Moment aufsprang, als ich mich ihm näherte.

Nach rund 60 km begann die Bergwertung des heutigen Tages; ein etwa acht Kilometer langer Anstieg. Am Einstieg recht steil, dann aber durchgehend 6-8% auf herrlich neuem schwarzen glatten Asphalt. Die Sonne und der Berg ließen mich durch den herunterlaufenden Schweiß in die Augen fast erblinden. Egal, denn Oben warteten bereits Susi und Stephan mit problemlösender Küchenrolle und Peanut-Butter & Jelly Sandwiches. Das Leben ist schön!

Nach einer angemessenen Pause stürzten wir uns in die Abfahrt. Wieder Flüster-Asphalt und in jeder unübersichtlichen Kehre, Spiegel, welche mich vor entgegenkommen Fahrzeugen warnten. Warum gibt es sowas auf Mallorca oder in den Alpen nicht?

Nach ein wenig rollen hatten Herbert und ich Lust auf eine Instant-Nudelsuppe und so machten wir erneut an einer 7-Eleven-Kopie mit dem wohlklingenden Namen »Family Mart« halt und mampften eine dampfende Nudelsuppe in der Sonne. Schrieb ich bereits, dass das Leben schön ist?

Nachdem es noch etwa 5 km bergab ging war Schluss mit lustig. Nun ging es die letzten 35 km hoch zum Sun-Moon-Lake. Nun wurde es leider auch verkehrsreich und eher unangenehm zu fahren. Neuer Asphalt wurde aufgetragen und auf der einen verbliebenen Spur drängelten sich die LKWs an uns vorbei. Zum Glück kam es zu keiner Berührung, obwohl es ein paar mal echt eng war.

Nun zählte ich die Kilometer rückwärts. Das ständige bergauf fahren hatte Körner gekostet. Die Freude war groß, als der Sun-Moon-Lake endlich erreicht war. Dieser See ist der Naherholungs-Hot-Spot für Jung & Alt. Die kitschig schöne Kulisse ist auch beliebter Ort für Hochzeiten und andere Familienfeiern. Wenn man sich die typisch taiwanesischen Kloster wegdenkt, könnte man auch meinen, man wäre am Ammersee. Fein. Das typisch chinesische Abendessen, war dann eher nicht so mein Geschmack. Aber satt geworden bin ich trotzdem. Klasse Organisation und auch sehr schönes Zimmer. Mal sehen, was morgen so geht!

 

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