ERT 2018: Belgien 1. Etappe

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Lüttich – Bastogne – Lüttich


Nach der gestrigen schnellen, aber trotzdem entspannten, Anreise nach Lüttich mit Marcs komfortablem Volvo, sollte heute Rad gefahren werden.

In unserem bequemen Hotel direkt am Bahnhof wartete um 6:30 Uhr bereits ein sehr leckeres und umfangreiches Frühstücksbüffet auf uns. So darf der Rad-Urlaub erstmal beginnen!

Dieses Frühstücksbüffet wurde mir dann gute zwei Stunden später zum Verhängnis, denn Fresspuls setzte an den Wellen ein. Die Bande prügelte davon und meine Lunge brannte. So ein Mist! Ein Gang rausnehmen.

Nach den ersten Cols wurde dann aber zum zweiten petit dejeuner angehaltenen und Kaffee in der Sonne genossen.

Von nun an fuhr ich erstmal weiter alleine, was mir sehr gut bekam. Immer dem Track folgend durch die recht sehr abwechslungsreich Landschaft. Immer wieder Anstiege mit schön kaligrafisch geschriebenen Profi-Radrennfahrer-Namen auf dem Asphalt. Spätestens jetzt war klar, daß ich mich auf der original Strecke von Lüttich-Bastogne-Lüttich befand. Ich versuchte mir die Wohnwagen und brüllenden Fans am Wegesrand vorzustellen.  Heute war aber ich mit Schwitzen dran!

Schnell verliebte ich mich in das Land, die herrliche Landschaft und die superfreundlichen Menschen, die am Wegesrand oft grüßten, aber immer zurück grüßten, wenn ich »bonjour« sagte. Auch der Asphalt war besser als erwartet und auch die gefürchteten Kopfsteinpflaster-Passagen blieben heute aus.

Einige Highlights warteten noch auf uns: da war zum Einen die Fahrt entlang des Grand-Prix Kurses in Spa und die vielen fiesen Kanten, die viel Kraft kosteten. Meist nur wenige Kilometer lang aber Steigungen jenseits der 10%. Sowas gibt es in Brandenburg eher selten.

An einem Kanten bot sich ein interessantes Schauspiel von Mountain-Bikern, die parallel zur extrem steilen Straße auf Trails den Berg herunter preschten. Oben staunte ich nicht schlecht über den Bike-Lift, der wie ein Ski-Lift, die »Sportler« wieder den Berg hoch zog.

Irgendwann, nach viel zu langen 110 Kilometern war dann auch das Buffet erreicht, an dem es für mich leckere Nutella Stullen gab. Die waren heute auch bitter nötig, denn meine Riegel hatte ich bis dahin nicht angerührt. Nur ein Banänchen diente als Wegeszehrung.

Die restlichen knapp 60 km wollte ich mit Ralph fahren, da der Rest der Bande irgendwie abkürzen wollte. Das kam uns heute nicht in den Sinn, denn die Sonne schien und die Beine fühlten sich nun doch noch relativ gut an.

Also drei weitere Cols, unter anderem den legendären Côte de la Redoute (312 m) in die Heimfahrt integriert und dann war wieder Lüttich erreicht.

Tolle erste Ausfahrt in einem  dem klasse Rennrad-Sport-Land. Morgen dann wieder, hoffentlich ohne Kopfsteinpflaster weiter nach Westen.

Päwesin-Runde #4

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Kuchen-Hunni mit Alex


Nachdem ich ja gestern etwas länger unterwegs war, wollte ich heute auch fahren, aber nur eine etwas kürzere Runde. Alex wollte auch mal wieder nach Päwesin zum Backwahn und so stand der Plan. Obwohl wir diese Runde auf Cake-Ride annonciert, fanden sich keine weiteren MitfahrerInnen. Schade.

Um halb Zehn ging es dann auf die Piste. Die Beine fühlte sich trotz der gestrigen 253 km gut an und so rollte es gut nach Westen. An der Kette wurde auch nicht all zu stark gezogen, wollten wir uns doch plaudernd zum Kuchen bewegen.

Der Plan ging fast auf, denn einige Tempo-Passagen wollten schon mit Druck gefahren werden.

In Roskow machten wir kurz Halt, denn ich wollte mir die Unfall-Stelle genauer ansehen, an der vor vier Tagen ein junges Mädchen ums Leben gekommen war. Sehr sehr tragisch und traurig, das Ganze!

Dann erreichten wir Päwesin und mein Kuchen-Hunger war besonders groß. Abhilfe wurde geschaffen und als wir gerade Platz genommen hatten, tauchte der Karsten auf, der auf dem Rückweg vom Brocken beim Backwahn pausieren wollte. Wie ich später erfuhr, hatte er meinen gestrigen Blog-Eintrag gelesen und wusste, daß ich heute plante dort einzukehren. Perfektes Timing würde ich sagen!

Nach interessanten Ketten-Gesprächen ging es gemeinsam zurück über Wustermark, wo sich Karsten nach Falkensee verabschiedete. Der Rest war fast Routine, denn Alex dachte beim Links-Abbiegen in Spandau, daß wir einen Grünen-Linksabbieger-Pfeil hätten und wäre, hätte der BVG-Bus nicht gebremst mit diesem frontal kollidiert. Zum Glück ist außer einer hohen Adrenalin-Ausschüttung und Hupen des Busses nix weiter passiert.

Klasse Runde, genau die richtige Länge um pünktlich zu der interessanten Roubaix-Etappe bei der Tour de France zuhause zu sein. Schöner Sonntag!

RuB – Rund um Berlin

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Einmal rum zu viert


Die Einen waren heute auf dem langen Weg zum Brocken, die Anderen mit dem Auto an der Ostsee und ich war bis Ende der Woche relativ ideenlos bezüglich der üblichen Rennrad-Wochenend-Touren-Planung.

Da kam es sehr gelegen, daß am Freitag Nachmittag der Alex vorschlug, mal wieder Rund um Berlin zu fahren. Nicht den Mauerweg, wie vor einem Monat, sonder den unbedeutend längeren Weg inner- und außerhalb des Berliner-Rings bzw. der A10. Lange schon nicht mehr dort unterwegs gewesen.

Klasse Plan! Einzig die Abfahrt um 8:30 Uhr war mir ein wenig zu spät, aber am Wochenende bin ich ja flexibel und so stand ich pünktlich am bekannten Treffpunkt, der AgipTanke in der Dietzgenstrasse. Tourenbeschreibung konnte sich der Touren-Leiter heute sparen, denn bei der Gruppengröße von vier Mann fährt man(n) Einer-Reihe und Pausen waren auf dem Track markiert. Also los!

Eigentlich sollten sich die ersten Kilometer gut anfühlen, denn der Wind stand günstig. Ich machte mir ein wenig Sorgen, weil mein linkes Knie ungewohnt zwackte – das ist neu – ging aber schnell vorbei. Bezüglich Power-Auf-den-Pedalen wusste ich auch nicht so recht, was geht.  Es ging.

So fraßen wir die Kilometer und besonders im süd-östlichen Teil wollten uns dann auch die Autofahrer fressen. Oder Konditionieren und auf nicht vorhandene Radwege schicken. Extrem dichtes Überholen und Scheibenwaschanlage waren schon fast normal. Was ist nur mit den Menschen los?

In Königswusterhausen gab es dann nach rund 90 km die lang ersehnte Pause bei einem Edeka mit einer malerischen Bank zum futtern in der Innenstadt.

Gestärkt ging es dann auf den Süd-Sektor, der Westwind und somit Gegen-Wind brachte ein wenig Unruhe in die Runde. Aber durch klasse Wechsel wurden die bekannten Ortschaften in windes-Eile hinter uns gelassen.

Kurz bevor wir unseren süd-westlichsten Strecken-Ort Ferch am Schwielowsee erreichten, trafen wir noch den Ralph aka »IbeB«, der leider im Strassengraben weggerutscht war und ein blutiges Knie davon getragen hatte. Wir halfen und klönten, bevor es in unterschiedlichen Richtungen weiter ging.

In Potsdam gab es dann die zweite und letzte Pause. Leckere Melonen-Scheiben und Apfelkuchen wurden von mir konsumiert. Auch ein gekühltes Dr. Pepper hielt der Nahkauf bereit. Hervorragend und very convenient!

Weiter nach Norden, vorbei an Falkensee. Es fühlte sich komisch an, um diese Uhrzeit nach Hennigsdorf zu fahren, meine bekannte Trainingsstrecke, die ich meist am Morgen passiere.

Irgendwann war dann wieder Pankow erreicht und 240 km auf dem Tacho und es hat kaum weh getan!

Klasse Samstags-Tour mit hervorragender Gruppe! Und was freue ich mich, jetzt auf der Couch zu sitzen liegen und nicht in einem überfüllten Zug, in einer Jugendherberge  oder auf dem Renner zu sitzen, weil 400 oder 500 km auf dem Tacho stehen müssen…

Morgen dann endlich mal wieder Päwesin! Freu mich!